Leuchtsteine

"Es gibt kein schöneres Licht"

Ob zur Schaffung einer einzigartigen und unvergleichlichen Atmosphäre oder als Element kreativer Lichtgestaltung: Unsere Leuchtsteine ermöglichen es, gestalterisch hochwirksame Lichtschwerpunkte zu setzen und den Charakter des Steines noch hervorzuheben.

Wir schaffen so durch gekonnte und raffinierte Steinbearbeitung unter Verwendung integrierter Lichteffekte einen weiteren Blickfangpunkt in Haus und Garten.

  • Optimale Architekturwirkung durch indirektes blendfreies Licht in einer warmen Lichtfarbe
  • Optimale umfassende Einsatzmöglichkeit durch ein reduziertes, klares und zeitloses Erscheinungsbild - passend zur jedem Architekturstil, von der Moderne bis hin zur Denkmalpflege
  • Ersparnis durch Wegfall anderer Leuchten
  • Zeitloses Design
  • Minimaler Reinigungs- und Putzaufwand
Suchen Sie sich Ihren Lieblingsstein aus - wir bringen ihn zum Leuchten!

Leuchtstein 1

Leuchtstein 1

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Leuchtstein 1



Hintergrundwissen

Denkmal-Herstellung

Sie können ein Grabmal aus unserer Ausstellung und von unseren Partnern auswählen oder wir gestalten ein individuelles Grabmal. Schauen Sie sich den Herstellungs-Prozess für ein Denkmal von der Zeichnung über das Gipsmodell bis zum fertigen Stein exemplarisch an.

Gemeinsam suchen wir - nachdem Sie sich für eine Form entschieden haben - das Material aus, das Ihnen am besten gefällt und aus dem das Denkmal gefertigt wird.
 
Sie können den Herstellungs-Prozess jederzeit in unserer Werkstatt verfolgen.  Entsprechend dem Modell im Maßstab 1:7 fertigen wir das Denkmal.

 

Warum ein Grabmal?

Ein Grabzeichen ist weit mehr als nur ein Platz für Name, Geburts- und Sterbedatum. Ein Grabmal, meist aus Stein, ist ein Schlussstein. Wir Hinterbliebene setzen ihn als letzte liebevolle Geste hinter das Leben unseres Verstorbenen, um es zu vollenden.
 
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Plastiken-Herstellung

Wie werden Bronzeartikel eigentlich hergestellt? Nur wenige wissen, wie in diesem traditionellen Handwerk gearbeitet wird und wie viele Arbeitsschritte nötig sind, bis eine Idee Gestalt annimmt.

Plastiken-Herstellung - Wenn Inspiration Gestalt annimmt

Am Anfang des Kreativprozesses steht die Idee des Künstlers. In vielen Einzelschritten geht das Werk durch die Hände der Former und wird für das Gießen vorbereitet.

Ein gutes Auge und Sinn für harmonische Proportionen sind Voraussetzung für ein ästhetisches Gesamtwerk sowie der gefühlvolle und präzise Umgang mit den Modellierhölzern. Skulpturen werden im Wachsausschmelzverfahren gegossen, eine Technik, die auf einer jahrtausende alten Tradition basiert.

20 verschiedene Arbeitsgänge sind nötig, bis aus dem Ur-Modell ein fertiges Kunstwerk aus Bronze entsteht.

Um ein positives Wachsmodell zu gewinnen, das dem Originalmodell genau entspricht und später ausgeschmolzen werden kann, muss zunächst eine flexible Negativform erstellt werden. Dazu wird das Originalmodell jeweils zu einer Hälfte mit Tonplatten belegt, die dann mit Gips überzogen werden. Sind die sogenannten „Gipsstützschalen“ getrocknet, wird die Tonschicht entfernt und beide Schalen werden wieder um das Modell gelegt. Anschließend wird in die jeweilige Hohlraumhälfte zwischen Originalmodell und Gips flüssige Gelatine oder Silikon gegossen.

Viele Details ergeben das Ganze

Die originalgetreue Negativform ist nun fertig. Da in die flexible Negativform das Metall nicht direkt gegossen werden kann, muss in weiteren Arbeitsschritten das positive Wachsmodell entstehen. Dazu fügt man beide Formhälften zusammen und gießt sie mit heißem Wachs aus.
 
Nach einigen Minuten des Erkaltens entsteht eine Wachsschicht. Das überschüssige Wachs wird wieder ausgegossen, so dass ein hohles Wachsmodell entsteht. Dieser „Wachsrohling“ wird mit einem Schamottekern gefüllt, danach vom Künstler nochmals retuschiert und anschließend mit Gusskanälen versehen.
 
Das Ganze wird mit Schamotte umhüllt und im Ofen 5 bis 8 Tage lang bei über 600 °C ausgebrannt bis das Wachs ausgeschmolzen und der Hohlraum vollständig ausgetrocknet ist. In diesen Hohlraum wird im nächsten Arbeitsschritt die ca. 1250 °C heiße Bronze gegossen.

Flüssiges Erz

Bevor der Gießer, der „Meister des Feuers“, den Gießvorgang durchführen kann, wurde das Wachsmodell im Ofen ausgeschmolzen und der so entstandene Hohlraum vollständig ausgebrannt.

Nun kommt der alles entscheidende Augenblick des Gießens: die im Tiegelofen auf ca. 1250 Grad Celsius erhitzte flüssige Bronze wird von der Schlacke befreit und dann in einem Zug in die ausgebrannte Form gegossen.

Ein ausgeprägtes Zeit- und Fingerspitzengefühl, große Erfahrung und eine absolut ruhige Hand sind dabei die wesentlichen Voraussetzungen, um ein Gießergebnis allererster Güte zu erzielen. Stetig bahnt sich die flüssige Bronze ihren Weg in die vom Wachs hinterlassenen Hohlräume, ohne an der Außenfläche Blasen zu bilden. Die Bronze kann nun erkalten und der Schamottemantel abgeschlagen werden.

Punzen und Meissel erwecken das Objekt zum Leben

Nach dem Abschlagen des erkalteten Schamottemantels wird der Rohling gereinigt, seine Oberflächenqualität begutachtet und dann – oft gemeinsam mit dem Künstler – darüber entschieden, wie das Objekt weiter bearbeitet werden soll, um die erstarrte künstlerische Idee zu ihrem eigentlichen Glanz und Leben erstrahlen zu lassen.

Nachdem der Ziseleur Einguss- und Abluftkanäle abgetrennt und mehrteilig gegossene Skulpturen zusammengeschweißt hat, geht er mit großer Virtuosität daran, die Oberflächen mit Ziseliereisen (Punzen) oder Meißel, mit Feile, Schaber, Schleif- und Polierwerkzeugen nachzuarbeiten. Gesichter, Muskeln und Ornamente werden in konzentrierter Teilarbeit gefühlvoll herausgearbeitet, Nuancen hervorgehoben und die Besonderheit des Objekts betont. Aus dem Rohling wird das lebendige, ausdrucksstarke Kunstwerk in einer Anmut, die dem Originalmodell des Künstlers exakt entspricht.

Lebendige Patina

Nun erfolgt der letzte Hauptbearbeitungsschritt, das Patinieren. Hierfür kommen unterschiedliche Patinierlösungen zum Einsatz, die nach alten, überlieferten Rezepturen hergestellt werden. Das Kunstobjekt wird zunächst für einen genau festgelegten Zeitraum in ein Patinabad getaucht, um dann in Handarbeit weitere Patinierlösungen aufzutragen und mit der Gasflamme einzubrennen. So lassen sich jeweils ganz besondere Farbeffekte und Schattierungen erzielen. Der Charakter und die Ausstrahlung des Bronzeobjekts werden intensiviert.

Abschließend wird die Bronze gründlich gewaschen und gewachst. Das Kunstwerk ist vollendet – geschaffen für die Ewigkeit.

Künstler und Kunstgiesser

Für den bildenden Künstler ist die Umsetzung seines Werkes durch eine erfahrene Giesserei sehr wichtig. Wohl erstmals auf der Grabtumba des Bischofs Wolfhart von Roth (gest. 1302) im Augsburger Dom werden Modelleur und Gießer gemeinsam genannt: „Otto me cera fecit Cunratque per era.“ (Otto schuf mich im Wachs, Konrad im Erz).

(Quelle: Strassacker)

 

Steinarten

Die Auswahl an Steinen ist unglaublich gross. Wir können durch unsere sehr guten Lieferanten praktisch jeden gewünschten Stein kurzfristig besorgen. Bitte sprechen Sie uns an.

 

Steinbearbeitung

Unterschiedliche Arten der Steinbearbeitung

Es gibt eine Vielzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten für Naturstein. Wir stellen Ihnen hier die gängigsten vor.

Wenn Sie mehr über die Bearbeitung der einzelnen Muster wissen möchen, dann klicken Sie bitte auf die Bilder:

Steinbearbeitung
Steinbearbeitung
Steinbearbeitung
Steinbearbeitung
Steinbearbeitung
Steinbearbeitung

 

Der Tod - früher und heute

Bestattungswesen, Totenkult, Grabmale - von der Frühgeschichte bis heute

Tod 01Erstmals beim späten Homo erectus vor 500.000 bis 300.000 Jahren ergaben sich Hinweise auf Totenbehandlung und Totenriten. Dies bedeutete, dass sich der Mensch mit Leben und Tod auseinander setzte: Was geschieht mit dem Verstorbenen? Wo geht er hin? Kommt er wieder, eventuell in anderer Gestalt? Man machte sich also Vorstellungen über den Tod, aus denen dann entsprechende Bräuche entstanden.

Das Grab ist das Haus des Toten – dies gilt für alle Bestattungsformen. Nichtsesshafte Sippen bzw. Nomaden wohnten in Höhlen, die sie im Todesfall dem Verstorbenen hinterließen. Hierbei handelte es sich zumeist um Einzelgräber. Auf freier Ebene erfolgte das Begräbnis eher flach – das Grab wurde mit Steinen oder Felsen bedeckt, zum Schutz vor Ausgraben durch wilde Tiere sowie zum Schutz der Lebenden vor den Toten – man fürchtete sich vor deren Wiederkehr. Gekennzeichnet wurde das Grab durch Steine oder Zweige. Daraus können die heutigen Prototypen des Grabmals abgeleitet werden:

Tod 02Das aufrechte Zeichen steht sinnbildlich für die Auferstehungshoffnung, für den Fortbestand des Toten – er ist immer noch „unter uns“. Es ist ein Stellvertreter des Toten, der darin weiterlebt und hält die Erinnerung an ihn wach.

Man wollte den Toten ein Haus zur Verfügung stellen. Der Tote wurde im Haus – im speziell gebauten Totenhaus oder seinem bisherigen Wohnhaus – aufgebahrt. In die Totenhäuser brachten die Angehörigen eine Zeit lang Gaben und Nahrungsmittel, weil man glaubte, dass der Tote ungefährlich war, solange er alles besaß, was er auch im Leben besessen hatte. Wenn der dann aus dem Haus gebracht wurde, musste das Haus verbrannt werden, ebenso der Tote selbst oder bei einer Körperbestattung musste er gefesselt werden. Man fürchtete, dass er zu den Lebenden zurückkehren könnte.

Mit Beginn der Sesshaftigkeit des Menschen entstanden Gräberfelder, auch Nekropolen genannt. Ein solches Gräberfeld unterstrich das Gemeinschaftsbewusstsein der Menschen – die Verstorbenen verblieben innerhalb der Gemeinschaft.

In Neuguinea nimmt der Verstorbene im Totenland die gleiche Position und den gleichen gesellschaftlichen Rang ein wie im irdischen Sozialverband. Aus diesem Grund ist der Tod eines Angehörigen für die Hinterbliebenen stets mit den erheblichen ökonomischen Belastungen einer aufwändigen Nahrungsmittel- oder Wertsachenpräsentation verbunden, die oft erst Jahre nach dem Tod realisiert wird und den endgültigen Abschluss der Totenfeierlichkeiten bildet. Dieser Aufwand dient auch zur Garantie der wohlwollenden Hilfe des Toten für seine Hinterbliebenen.

Tod 03Sinnbilder der Gesellschaften in Neuguinea sind die Boote, die Kulthäuser, die Plattformen und die megalithischen Kultplätze (Megalith = Großsteingrab). Aus dem besonderen Stellenwert des Bootes ergeben sich die bootsförmigen Grabanlagen, die bootsförmigen Särge oder die Bestattung der Gebeine in Booten selbst.
 

Tod 04Tod 05

Kulthaus mit davorliegender Grabanlage.

Kulthäuser bilden den Schnittpunkt zwischen
irdischer und jenseitiger Welt der Ahnen.
Sie werden oft direkt am Ufer errichtet.

Zeremonialplattform.

Plattformen gelten anlässlich bestimmter Feste
als Aufenthaltsort der Totengeister.

Kennzeichnend für die Küstenkulturen von Neuguinea ist eine äußerst sorgfältige Pflege des Leichnams, der gewaschen, frisiert, rasiert und anschließend in feingeflochtene Matten oder Baststoffbahnen gehüllt wird. Die Aufbahrung erfolgt auf speziell gefertigten sessel- oder leiterartigen Gestellen, meist in einer schrägen Position des festgebundenen Körpers, gelegentlich auch in Bootskörpern. Jede Berührung des Körpers mit der Erde wird vermieden.

Tod 06Tod 07Tod 08
Aufbahrung des in Matten
gehüllten Leichnams.
"Totensessel" mit beigefügten Gerätschaften des Toten.  Totenbahre, gegen eine Plattform gelehnt.

 
Tod 09Die Beisetzung erfolgt vorwiegend in Erdgruben, die mit Holzlatten oder Steinplatten abgedeckt werden. Einfache Klanmitglieder werden liegend beigesetzt, Führer dagegen in hockender Position. Nach der Endbestattung wird der Schädel des Verstorbenen entnommen und entweder an den heiligen Schädelplätzen oder in den Kulthäusern aufbewahrt.

Tod 10

Bei der Brandbestattung werden die übriggebliebenen Leichenbrandreste bestattet. Die ältesten Hinweise auf Brandbestattung sind aus Kebarah (Israel) mit einem Alter von über 30.000 Jahren und aus Mungo in Australien (25.000 Jahre) bekannt.

In der neueren Zeit tritt die Brandbestattung verstärkt in der ersten bäuerlichen Kultur Mitteleuropas auf. Die Menschen dachten, durch Verbrennen würde die Seele nach dem Tode freigesetzt.

 


Tod 11Die Überreste der Toten wurden nach der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen in einer Urne aus Ton niedergelegt und anschließend auf einem abgesonderten, außerhalb der Siedlungsplätze gelegenen Gräberfeld beigesetzt. In der früheren Eisenzeit wurden Hausurnen in Form eines Hauses hergestellt.

Neben der Urne wurden ins Grab auch andere Tongefäße und manchmal auch unterschiedliche Gegenstände gegeben. Diese Nekropolen haben vermutlich auch die Rolle von Kultstätten erfüllt.

In der neueren Zeit tauchte die Idee, menschliche Leichname zu verbrennen, erstmals in der Renaissance als Rückgriff auf die Antike auf. Als Vorteile der Feuer-bestattung wurden sanitäre Gründe sowie die teure Landbeschaffung für die Friedhöfe aufgeführt.Ursprünglich war die Feuerbestattung als Strafe gedacht oder wurde bei Seuchen-gefahr angewandt. Erst im Zeitalter der Aufklärung konnte sie allmählich Fuß fassen.

In Deutschland wurde die erste Kremationsanlage 1878 in Gotha in Betrieb genommen. Die Gebühr pro Bestattung betrug seinerzeit 150 DM. Die zweite Anlage entstand 1891 in Heidelberg und war für die Bedürfnisse in ganz Süddeutschland ausgelegt.

Oftmals blieben Skelette für immer ausgesetzt, z.B. bei Jägern, Viehzüchtern oder Schamanen in Sibirien. Sibirischen Legenden zufolge entstehen aus den Knochen von Schamanen neue Knochen. Die mongolischen Lamas hatten ihre Toten unter freiem Himmel beigesetzt. Als gutes Zeichen galt es, wenn wilde Tiere und Raubvögel die Leiche rasch auffraßen, als schlechtes Zeichen, wenn die Leiche langsam verweste. Deswegen wurden „heilige“ Hunde gehalten, die die Arbeit zur Beseitigung der Leiche beschleunigen sollten. Hohe Würdenträger und besonders Fromme wurden verbrannt, damit sie noch schneller ins Jenseits gelangten.

Vielfach fanden Knochenbestattungen statt, meist Schädel- oder Langknochen, die mit bestimmten Riten beigesetzt wurden. Knochenfunde aus der Altsteinzeit weisen darauf hin, dass die Leichname als Bestandteil der Totenriten manipuliert, d.h. zerlegt wurden. Manipulationen am Leichnam sind für uns Menschen heute nicht vorstellbar. In der Altsteinzeit blieb diese Art der Bestattung nur auserwählten Sippenmitgliedern vorbehalten. Die Knochen der Verstorbenen eignete sich die Sippe an und nahm sie mit.

 

Tod 13Körperbestattungen fanden in der Altsteinzeit eher selten statt. Die Toten wurden in gestreckter Rückenlage, aber auch in Hockerlage beigesetzt. In der Bronzezeit wurden die Gräber in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Grabbeigaben bestanden aus Keramik, meist in 1 bis 3 Gefäßen. Zwischen Kopf und Schulter fand sich oft eine Schale mit Speisenbeigabe. Ein anderer Teil der Gräber erhielt Beigabe in Form von Bronze, zumeist Körperschmuck, Hals- und Armringe sowie Nadeln, jedoch keine Waffen.
Bei vielen Gräbern weisen Grabungsfunde auf Grabraub hin. Es ist für jene Zeit durchaus vorstell- bar, dass bestimmte Beigaben zum Zweck der Wiederverwendung bzw. um sie erneut einer Bestattung beigeben zu können, ganz absichtlich einem Grab entnommen wurden. Galt der Verstorbene wie auch der ihr zugedachte persönliche Besitz erst einmal als auferstanden, d.h. ins Jenseits gelangt, dann konnte man den toten Gegenstand entnehmen und neu mit Leben erfüllen.

Selbstmörder galten im allgemeinen als gefährliche Tote. Bei den Naturvölkern wurden sie teils bewundert, teils abgelehnt. Im Mittelalter wurde der Selbstmörder mit dem Gesicht nach unten in das Grab gelegt, aus Furcht, er könnte wiederkehren. Ebenso wurde mit Hexen, Zauberern und Pesttoten verfahren. Eine Bestattung mit dem Gesicht nach unten galt als Strafe. Vor gefährlichen Toten konnte man sich auch durch Abwehrzauber schützen, z.B. durch besondere Grabbeigaben wie Amulette.

Der Brauch, einem Toten vor der Beisetzung eine Münze in den Mund zu legen, wurde in den verschiedensten Teilen Europas zu unterschiedlicher Zeit ausgeübt. Für eine solche Münze wird häufig die Bezeichnung Obolus verwendet. Nach antik-griechischer Auffassung diente die Obolusmünze dazu, den Fährmann Charon für die Überfahrt in die Unterwelt zu bezahlen.

Tod 14In der römischen Kaiserzeit wurden häufig Waffenbeigaben gegeben, meistens als Teilbeigaben, auch Pars-pro-toto genannt. Das Schwert selbst wurde zurückbehalten – aufgrund seines materiellen oder auch übertragenen Wertes , wenn z.B. besonders erfolgreiche Kämpfe damit bestanden worden waren – und die Scheide sozusagen als „Ersatz“ in das Grab gelegt.


Tod 15Die Franken pflegten vom 4. – 6 ./7. Jahrhundert Angehörigen des Adels reiche Beigaben ins Grab zu legen. Diese Sitte hatte auch auf die Germanen übergegriffen und so zur Entstehung und Verbreitung von Reihengräbern geführt. Der zunehmende Einfluss des Christentums kann sicherlich in der Bestattung ohne Beigaben und in der Anlage von Gräberfeldern in direkter Nähe von Kirchen seit dem 7. und 8. Jahrhundert gesehen werden.

In der griechisch-römischen Antike erfolgte die Totenbestattung außerhalb der ummauerten Stadt in Gräberfeldern. Dies stellte eine Schutzmaßnahme der Lebenden vor der Wiederkehr der Toten dar und erfolgte auch aus hygienischen Gründen. Auch Gräber von Märtyrern und Heiligen waren hiervon betroffen.

In der Spätantike übten diese Gräber eine starke Anziehungskraft auf die Gläubigen aus, die glaubten, dass jene einen bevorzugten Platz im Jenseits erhielten und man daher deren Nähe suchte. So entstand ein Reliquienkult, weil man die sterblichen Überreste der Märtyrer und Heiligen teilen oder an andere Orte bringen wollte. Viele Reliquien kamen in die Stadtkirchen, so dass Begräbnisse innerhalb der Stadtkirchen immer beliebter wurden. Nur hochgestellte Geistliche und adelige Stifter kamen jedoch in den Genuss von Gräbern innerhalb der Kirche. Im Zuge dieser Entwicklung wurde das Begräbnis der Christen in das unmittelbare Umfeld der Kirche gelegt. Daraus wiederum folgte, dass die Friedhöfe letztendlich ebenfalls innerhalb der Stadtmauern ihren Platz fanden. Darüber hinaus gab es noch die Sonderfriedhöfe, die Leprakranken, Armen, Pilgern, Fremden und Andersgläubigen – vor allem Juden – vorbehalten wurden.

Zum Zeitpunkt der Reformation nahmen die Reformatoren die Pestwellen zum Anlass zur räumlichen Trennung von Stadt, Kirche und Friedhof. Ein weiteres Argument der Reformatoren waren hygienische Bedenken wegen der Bestattung in der Nähe von Wohnungen. Die Folge davon war ein europaweites Verbot von Bestattungen innerhalb der Kirche.

Die Reformatoren waren auch der Auffassung, dass Friedhöfe Umfassungsmauern zur strikten Trennung von Lebenden und Toten benötigten. Ferner wollten sie den Friedhof zu einem ruhigen Ort machen – dieser hatte nämlich im Mittelalter noch andere Funktionen: er diente als Gerichtsstätte, Marktplatz, Versammlungsort, Ort der Eheschließung, Festplatz sowie als Sammelplatz für Kriegszüge oder zur Verteidigung. Als Folge der medizinischen „Entdeckung“ des Scheintodes wurde die dreitägige Frist zwischen Tod und Bestattung eingeführt.

Tod 16Massengräber können möglicherweise das Ergebnis der Sitte sein, nur an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Jahreszeiten beizusetzen. Bei den Skythen (Angehörige eines alten nordiranischen Reitervolkes) musste der fürstliche Tote erst eine Reise durch sein Land unternehmen. Die australischen Unghi trugen den gedörrten Leichnam monatelang durch ihr Gebiet, bevor sie ihn beisetzten.

In ganz Estland und im Norden Lettlands sind die sogenannten Steinsetzungsgräber verbreitet. Sie bestehen aus einer oder mehreren rechteckigen mit Steinmauern umfassten Zellen. Die Verstorbenen wurden mit dem Kopf nach Norden bestattet.
 
 
 
 
 

 

Tod 17Tod 18
Grabhügel der Selen des 3.-4. Jh. von Slate, Litauen.

Zeremonialplattform.

Estnisches kollektives Steinsetzungsgrab des 1.-4. Jh. mit Zellen.

Die Stämme der Balten führten Mehrfachbestattungen in Hügelgräbern durch, die aus Sand aufgeschüttet wurden. In jedem einzelnen Hügel gibt es mehrere Bestattungen. Die Verstorbenen wurden unverbrannt beigesetzt. Der für die Bestattung ausgewählte Platz wurde mit einem Kreis aus großen Feldsteinen umringt.
 
Tod 19

Die Litauer besaßen Brandgräber, wobei mit dem Mann zusammen häufig auch sein Pferd bestattet wurde.


Tod 20

Im Mittelalter erfolgten die Bestattungen mit Blickrichtung gegen Sonnenaufgang. Im Frühmittelalter waren die Arme entlang des Körpers ausgestreckt, im Spätmittelalter zum Gebet verschränkt.

Tod 21Im 19. Jahrhundert verändert sich das Begräbniswesen aufgrund von Industrialisierung, zunehmender Mobilität und demographischer Veränderungen. Ebenso zeichnete sich ein Wandel in der Mentalität ab – das Ausrufen Verstorbener wurde durch die mit Boten versandt gedruckte Todesanzeige oder Zeitungsannonce abgelöst.

Das bisherige Tragen der Toten zum Friedhof wurde durch Leichenwagen ersetzt. Das Begräbnis als gesamtgesellschaftliches Ereignis wurde nun auf die engsten Familienangehörigen beschränkt – nur diese durften noch das Friedhofsgeleit geben. Es entwickelte sich ein starkes Bedürfnis nach familiärer Bindung auch über den Tod hinaus, die ihren Ausdruck in individueller Grabpflege sowie die Vereinigung von Familienmitgliedern in einem Grab fand.

Die seit dem Barock übliche Gartenarchitektur fand Eingang in die Friedhofsgestaltung – strenge Geometrie von Mauern, Zäunen, Hecken und Wegen. So entstanden exakt vermessene Grabparzellen, die uns noch heute auf dem Friedhof begegnen.

Durch die Industrialisierung sowie die Zunahme der Bevölkerungszahl war das Grab kein Privileg der Oberschicht mehr. Auch breite Bevölkerungsschichten hatten nun Zugang dazu. Das Grab wurde individuell, mit Namenszug und Schmuck. Bis heute ist die Grabgestaltung strengen Normen unterworfen. Es fand eine Uniformierung der Grabzeichen statt. Das Grabmal wurde zur Handelsware, individuelle Anfertigungen waren immer seltener.

Quellen:

• Martin Illi, „Wohin die Toten gingen“, Chronos Verlag Zürich
• Leena Ruuskanen, „Der Heidelberger Bergfriedhof“, Verlag Brigitte Guderjahn, Heidelberg
• Fritz Horst und Horst Keiling, Herausgeber, „Bestattungswesen und Totenkult in ur- und frühgeschichtlicher Zeit, Akademie-Verlag Berlin
• Dr. Hans-Kurt Boehlke, aus: Jahrbuch 1986 des Bildhauer- und Steinmetzhandwerks Baden, Karlsruhe
• Johannes Netz, „Der Steinmetz“, Callwey Verlag, München
 
Zusammengestellt und entworfen von: Claudia Händel - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Klassische Werkzeuge des Steinmetz

Wie sieht eigentlich ein Krönel oder ein Scharriereisen aus? Hier sehen Sie die klassischen Werkzeuge des Steinmetz.

Werkzeuge 01

Zweispitz

Zum groben Bearbeiten der Rohsteine, um eine für die weitere Bearbeitung geeignete Grundlage herzustellen.

Werkzeuge 02

Fläche

Zum Einebnen der mit dem Zweispitz grob behauenen Fläche (oder zur Oberflächengestaltung).

Werkzeuge 03

Krönel / Spitzer

Zum weiteren Feinarbeiten der Oberfläche (hinterläßt kleine Vertiefungen). Diese beiden Werkzeuge kombinieren - einfach ausgedrückt - mehrere Spitzeisen in einem Werkzeug, nämlich ca. 15 Stück von 7 x 12 mm Stärke beim Krönel und ca. 10 Stück von 10 x 10 mm beim Spitzer.

Werkzeuge 04

Scharriereisen

8 - 12 cm breites Eisen zur Endbearbeitung, d.h. Herstellen einer Oberfläche mit Rillen.
 
"Scharriert" = gängige Oberflächenbearbeitung seit dem 18. Jahrhundert (Barock).

Werkzeuge 05

Stockhammer

Zur Nachbearbeitung von Flächen, die grobkörnig eben sein sollen, besonders bei Hartgesteinen wie Granit.

 

Werkzeuge 06

Beizeisen

Zum “Einbeizen” (Einhauen schmaler Falze) des Steins entlang von vorgezeichneten Linien.

Werkzeuge 07

Schlageisen

Zur Herstellung von “Schlägen” (Bahnen), mit denen die Bearbeitung eines Steins begonnen wird.

Werkzeuge 08

Zahneisen

Zum gröberen Vorarbeiten der Arbeiten, für die man Krönel und Spitzer wegen ihrer Größe nicht benutzen kann.

Werkzeuge 09

Spitzeisen

Zum groben Abarbeiten der Steinoberflächen (“Bossen”).

 

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